https://empirische-sonderpaedagogik.de/index.php/esp/issue/feedEmpirische Sonderpädagogik2026-07-20T12:14:56+02:00Timo Lükeredaktion@empirische-sonderpaedagogik.deOpen Journal Systems<p>Hinweis! Bitte nutzen Sie bei der Registrierung Ihre institutionelle Emailadresse. Andernfalls ist es schwierig berechtigte Nutzer*innen und Fake-User zu unterscheiden. 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Frühere Forschungsarbeiten, in denen Assoziationen analysiert wurden, haben Zusammenhänge zwischen Empathiedefiziten und vermehrtem Bullying sowie zwischen erhöhter Empathie und verteidigendem Verhalten aufgezeigt, aber die Ergebnisse bleiben unschlüssig, was die Rolle von kognitiver und affektiver Empathie betrifft. Die meisten Studien verfolgen einen variablenzentrierten Ansatz, wohingegen diese Studie eine personenzentrierte Perspektive mittels latenter Profilanalyse (LPA) nutzt, um zu untersuchen, wie sich kognitive Empathie, affektive Empathie und Bullying-Verhalten überschneiden und im Laufe der Zeit entwickeln. Diese Längsschnittstudie umfasst 120 Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren, darunter Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung. Messungen der Empathie und des Bullying-Verhaltens wurden zu zwei Zeitpunkten innerhalb von sechs Monaten erhoben. Latente Profile zeigten deutliche Muster von Stabilität und Veränderung. Während einige Schüler ein niedriges Bullying und ein durchschnittliches Empathieprofil beibehielten, gingen andere von einem hohen Bullying und einem niedrigen Empathieprofil zu einem Profil über, das durch ein geringeres Bullying und ein verbessertes Empathieverhalten gekennzeichnet war. Diese Ergebnisse unterstreichen die Variabilität in der Stabilität von Empathie- und Bullying-Verhalten im Zeitverlauf. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, schulische Interventionen auf die unterschiedlichen Schülerprofile zuzuschneiden, anstatt sich auf einheitliche Ansätze zur Empathieausbildung zu verlassen. Für Schüler mit SEN sind gezielte Interventionen, die die Entwicklung von Empathie einbeziehen, besonders wichtig, da sie auf ihre besonderen sozio-emotionalen Bedürfnisse eingehen und ihre überproportionale Beteiligung an Bullying-Dynamiken reduzieren.</p>2026-07-20T00:00:00+02:00Copyright (c) 2026 Jule Eilts, Natalie Christner, Jessica Wilkehttps://empirische-sonderpaedagogik.de/index.php/esp/article/view/178Wirksamkeit schulbasierter Interventionen zur Reduktion von Mobbing und Viktimisierung: 2026-03-04T10:17:27+01:00Dennis Höveldennis.hoevel@hfh.chXenia Müllerxenia.mueller@hfh.chVenera Gashajvenera.gashaj@hfh.chGabriel Großmanngabriel.grossmann@hfh.chFabio Sticcafabio.sticca@hfh.ch<p style="font-weight: 400;">Mobbing stellt weltweit eine anhaltende Herausforderung in Bildungskontexten dar und ist mit erheblichen Folgen für das Wohlbefinden und das Lernen von Schülerinnen und Schülern verbunden. Die vorliegende Metaanalyse präsentiert eine fokussierte Subgruppenanalyse aus dem BRAVE-Projekt und synthetisiert 93 Gruppenvergleiche zu den Zielgrössen Mobbing und Viktimisierung (<em>k</em> = 42 bzw. <em>k</em> = 51) aus 35 Primärstudien. Die Analyse zeigte statistisch signifikante Effekte sowohl für die Reduktion von Mobbing (<em>d</em> = 0.37) als auch für Viktimisierung (<em>d</em> = 0.17), die über den in früheren Metaanalysen berichteten Effektstärken liegen. Gleichzeitig weist die hohe Heterogenität (<em>I²</em> > 96 %) auf erhebliche Unterschiede zwischen den Studien hin. Moderatoranalysen identifizierten mehrere inhaltsbezogene und methodische Faktoren, die die Wirksamkeit der Programme beeinflussen. Interventionen, die auf interaktionistischen oder kognitiven Theorien beruhen, im Klassenkontext umgesetzt werden und eine hohe Implementationsfidelität aufweisen, erwiesen sich als wirksamer als lerntheoretische oder strukturell unspezifische Programme. In Nordamerika durchgeführte Programme zeigten stärkere Effekte als solche in Europa, was auf kontextuelle Unterschiede hindeutet. Bemerkenswert ist zudem, dass randomisiert kontrollierte Studien höhere Effektstärken berichteten als quasi-experimentelle Designs. Die Befunde unterstreichen die Bedeutung theoriegeleiteter, kontextsensibler Präventionsstrategien sowie die Notwendigkeit differenzierter Umsetzungspraktiken. Abschliessend werden Implikationen für Schulentwicklung, Professionalisierung und zukünftige Forschung diskutiert, insbesondere im Hinblick auf Interventionsdesign, fachliche Qualifizierung und internationale Evidenzlücken.</p>2026-07-20T00:00:00+02:00Copyright (c) 2026 Dennis Hövel, Xenia Müller, Venera Gashaj, Gabriel Großmann, Fabio Sticcahttps://empirische-sonderpaedagogik.de/index.php/esp/article/view/180Bullying und Viktimisierung an deutschen Grundschulen: Prävalenz und Zusammenhänge mit Schüler:innenmerkmalen2026-03-04T10:08:00+01:00Rebecca Schneiderrebecca.schneider@uni-muenster.deAnna Volodinaanna.volodina@iqb.hu-berlin.deFlorian Enkeflorian.enke@web.deSebastian Weirichsebastian.weirich@iqb.hu-berlin.deSofie Henschelsofie.henschel@iqb.hu-berlin.de<p>Bullying und Viktimisierung sind unter Schüler:innen im schulpflichtigen Alter weit verbreitet und wirken sich nachteilig auf deren schulische Leistungen und darüber hinaus aus. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, für Gruppen von Schüler:innen, die an Bullying beteiligt und/oder davon betroffen sind, die entsprechenden Prävalenzraten zu ermitteln sowie diese Gruppen durch zur Verfügung stehende schulbezogene kognitive, motivational-emotionale und soziale Ressourcen zu beschreiben. Grundlage der Analysen sind Daten des IQB-Bildungstrends 2016 mit 26.577 Viertklässler:innen. Die Ergebnisse einer latenten Klassenanalyse stützen eine vier-Klassen-Lösung, bei der 78 % als nicht involvierte Schüler:innen, 16 % als Victims, 4 % als Bullies und 2 % als Bully-Victims klassifiziert wurden. In allen Gruppen, in denen die Schüler:innen an Bullying beteiligt und/oder davon betroffen waren, waren alle Ressourcen durchweg ungünstiger ausgeprägt als bei nicht involvierten Gleichaltrigen. So hatten Bullies und Victims beispielsweise etwas häufiger einen sonderpädagogischen Förderbedarf, zeigten geringere schulische Leistungen und berichteten ein geringeres fachspezifisches Interesse. Bully-Victims wiesen die ungünstigsten schulischen Ergebnisse auf, hatten eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für sonderpädagogischen Förderbedarf, berichteten größere fachspezifischen Ängste und ein insgesamt schlechteres schulisches und soziales Wohlbefinden als sowohl Bullies als auch Victims. Diese Ergebnisse unterstreichen den Status von Bully-Victims als besonders gefährdet.</p>2026-07-20T00:00:00+02:00Copyright (c) 2026 Rebecca Schneider, Anna Volodina, Florian Enke, Sebastian Weirich, Sofie Henschelhttps://empirische-sonderpaedagogik.de/index.php/esp/article/view/182Rollenverhalten in Bullyingprozessen: Die Bedeutung von emotionaler Kompetenz, Moral Disengagement und Moral Sensitivity2026-03-04T10:05:12+01:00Christian Drengkchristian.drengk@ifs.uni-hannover.deTaina Gabrieltaina.gabriel@ifs.uni-hannover.de<p>Bullying in Schulen findet im sozialen Kontext der Klasse statt. Neben Täter:innen und Opfern können weitere Rollen wie Defender oder Outsider beteiligt sein. Mit Blick auf die Prävention von Bullying stellt sich die Frage, warum Lernende spezifisches Rollenverhalten zeigen. Dazu untersucht die vorliegende Studie, ob Pro-Bullying-, Defender- und Outsiderverhalten in Beziehung mit emotionaler Kompetenz stehen und ob diese Beziehungen über die moralischen Einstellungen zu Bullying (Moral Disengagement und Moral Sensitivity) mediiert werden. Um diese Fragestellungen zu beantworten, wurden die Daten von 570 Lernenden aus den Klassen fünf bis neun untersucht. Die Analyse zeigt Verbindungen emotionaler Kompetenz zu allen drei betrachteten Rollen, die in unterschiedlichem Maß entweder über Moral Disengagement (bei Pro-Bullying-Verhalten, Outsiderverhalten) oder Moral Sensitivity (bei Defenderverhalten) mediiert wird.</p>2026-07-20T00:00:00+02:00Copyright (c) 2026 Christian Drengk, Taina Gabrielhttps://empirische-sonderpaedagogik.de/index.php/esp/article/view/215Bullyingrollen im Grundschulalter und ihre Stabilität im Verlauf eines Schulhalbjahrs2025-12-16T01:30:39+01:00Philipp Nicolaynicolay@uni-wuppertal.deRaphael Plutzplutz@uni-wuppertal.deChristian Huberchuber@uni-wuppertal.de<p style="text-align: justify; line-height: 150%; margin: 0cm 0cm 8.0pt 0cm;">Zur Beschreibung der Rollen, die Schüler:innen in Bullyingprozessen einnehmen, werden altersübergreifend die gleichen Kategorien verwendet (bspw. Bully, Victim, Bully-Victim). Inwiefern sich diese Rollen auch im Grundschulalter voneinander abgrenzen lassen, ist weitestgehend unklar. Entsprechend verfolgt die vorliegende Studie das Ziel, zu untersuchen, welche Bullyingrollen sich hier voneinander abgrenzen lassen und welche Stabilität diese aufweisen. Eine Stichprobe von <em>N</em> = 545 Schüler:innen der dritten und vierten Klasse beantwortete über einen Zeitraum von fünf Monaten an drei Messzeitpunkten Items zu erlebter Viktimisierung und ausgeübtem Bullyingverhalten. Die Analyse der Daten erfolgte mit latenten Klassen- und Transitionsanalysen. Die Ergebnisse legen vier unterscheidbare Rollen nahe. Diese lassen sich entlang der Dimensionen Bullyingverhalten und Viktimisierungserfahrungen beschreiben: Während eine Klasse an Bullyingprozessen unbeteiligt scheint, berichten die drei übrigen Klassen in unterschiedlichem Ausmaß von Viktimisierungserfahrungen, wobei zwei Klassen auch angeben in substanziellem Ausmaß selbst Bullyingverhalten zu zeigen. Während für alle Klassen der Verbleib in dieser über die drei Messzeitpunkte hinweg jeweils die höchste Wahrscheinlichkeit aufwies, wechselte ein substanzieller Anteil der befragten Schüler:innen im Laufe der fünf Monate zwischen den Klassen. Diese Befunde stehen teilweise im Widerspruch zu bisherigen Studien und werfen Fragen insbesondere in Bezug auf Motive für Bullying im Grundschulalter und die Klassifizierung mit statusdiagnostischen Verfahren auf.</p>2026-07-20T00:00:00+02:00Copyright (c) 2026 Philipp Nicolay, Raphael Plutz, Christian Huber